- oder - per Anhalter nach Puerto Varas.
Ich hab das Wochenende genossen. Meine ersten Schritte hinaus und hinein ins Land...

Sich treiben lassen und all die Gelegenheiten, die sich einem bieten annehmen. Dieses Motto hat mir und einer hier in Valdivia kennengelernten Deutschen am Ende ein schönes Wochenende bereitet. Auch wenn wir am Ende so ziemlich nichts von dem gemacht haben, was wir ursprünglich vorhatten.
Begonnen hab ich die kleine Reise am Freitag allein. Mit dem Bus, der meine Kommilitonen zu einem ausnahmsweise auswärts stattfindenden Kurs nach OSORNO gebracht hat, konnte ich einfach mal mitfahren....hier angekommen mit dem nächstbesten Colectivo "al centro por favor". Dort erst mal orientieren und auf der Parkbank in der Sonne den Reiseführer rausgekramt, wo bin ich hier überhaupt und wo kann ich hin. Der Vulkan, den ich ursprünglich sehen wollte, hat sich als weiter weg als erhofft herausgestellt. Außerdem kann man zur Zeit nicht hochgehen... Das alles hab ich nach vielem Fragen rausgekriegt. Also erste Planänderungen.... Landkarten, Text, Bauchgefühl und Abenteuerlust.
Nach einem kleinen Spaziergang durch die Stadt und der Versuchung eine Gitarre zu kaufen bin ich mit Rucksack voll Notverpflegung und Schlafsack in den Bus nach ENTRE LAGOS gestiegen. Da hatte ich von einer Hospedaje gelesen, wo man wohl die Nacht verbringen kann.

In Entre Lagos hab ich dann diese erste Übernachtungsmöglichkeit erst mal ausgeschlagen, weil´s mir viel zu teuer war und mehr ein Hotel. Es muss doch noch was anderes geben. Also, einfach mal durch den Ort laufen, fragen und suchen. Auf den fünften Anlauf wurde meine Geduld und die Lust daran, nicht das erstbeste zu nehmen, dann allerdings belohnt und ich durfte in einem kleinen Häuschen nur für mich allein, statt normal für 6 Leute übernachten. Leider, leider wurden die Einzelzimmer nämlich gerade renoviert und so hab ich für das gleiche Geld was viel schöneres gekriegt :-) Außerdem war ich nur wenige Meter und zwei weitere Häuschen vom Seeufer entfernt an dem ich dann abends die unendliche Ruhe ganz allein am Ufer sitzend unheimlich genossen hab...

Eine erholsame Nacht später war die nächste Herausforderung genau in den Bus zu springen, mit dem Franzi aus Osorno kam, der fährt nämlich weiter nach Aguas Calientes, von wo aus angeblich einige schöne Wanderwege losgehen. Es hat überraschend gut geklappt auch ohne offensichtliche Bushaltestellen und Zeitpläne... einfach mal auf gut Glück da warten, wo die Busse vorbeifahren. Nachdem das erstaundlich gut geklappt hatte durften wir in Aguas Calientes erfahren, dass es unsere angestrebte Hütte nicht mehr gibt, also Wanderwegumplanung...

Am Ende sind wir dann per Anhalter im Skihotel glandet und weil wir als Freunde von Freunden aufgenommen wurden konnten wir für einen sehr guten Preis dort im Doppelzimmer übernachten... statt Ski zu fahren sind wir dann ein bissl gewandert, wir wollten erst mal erkunden, ob´s das Geld wert ist Ausrüstung und alles auszuleihen. Rund ums Hotel sah´s etwas .... grün aus....Auf der Suche nach dem Rundweg gings zuerst mal durch den Schnee und am Ende doch noch erfolgreich hin zu einem Vulkankrater :-) schon faszinierend, wenn man sich vorstellt, welche Kräfte da einst die Erde durchbrochen haben... wir sind heiter durch Lavagestein und Schnee gestapft. Mitten im Krater.
Bleibt zu bemerken, dass dieses Skihotel schon ein verrückter Ort war, wo wir da gelandet sind... Tourismus halt, wo sich die Reichen und Schönen treffen....nix für mehr als eine Nacht.
Ja und heute sind wir dann erst mal 1,5h gen Tal gewandert. Bewegung und frische Luft genießend. Leider mit Regen. Drum ham wir dann doch mal den Daumen rausgehalten beim zweiten Auto, das vorbeikam, um die 18 km Straßenwanderung etwas zu beschleunigen. Und "sich treiben lassen" hat am heutigen Tag bedeutet, wir werden nicht nur bis zum nächstmöglichen Bus mitgenommen, sondern fahren ca 100km (einfache Strecke) weiter. Die zwei Argentinier, die uns per Anhalter bis nach Puerto Varas (siehe Bild - Wellen im großen Süßwassersee) mitnahmen, haben uns einen recht schönen aber auch ziemlisch verrückten Tag beschert. Aber bei Regenwetter lässt sich gegen so eine Autofahrt durch Chile wenig einwenden. Ja und am Schluss haben sie uns direkt am Busbahnhof von Osorno abgesetzt. Glück muss man haben :-)
