Donnerstag, 3. September 2009

mit anderen Augen

Nicht jede Erkenntnis ist bequem. Und die Augen in einem Land wie Chile aufzumachen und mal wirklich zu sehen, was um einen herum geschieht bedeutet schon auch selbstkritisch sein zu müssen. Ein bisschen Augenöffner war ein Gespräch mit meinen zwei Vermieterinnen, das sich nach einer spontanen Einladung mich auf ein Bier zu ihnen zu gesellen, ergeben hat.
Als "reiche Europäer" ist unser Verhalten im Ausland nicht immer überall angemessen.... manches Feingefühl muss man auch erst lernen.... so hat zum Beispiel die Französin, die hier seit 2 Jahren lebt erzählt, dass sie sich das handeln auf dem Markt abgewöhnt hat, denn wenn man bedenkt, wie oft die Ärmeren benachteiligt werden, wenn sie auf Menschen "höherer Schichten" treffen, dann ist auch irgendwie verständlich, wenn sie dem Gringo mehr abverlangen, wenn er zu ihnen kommt.... ein schwieriges Thema. Aber ich seh mein kaltes Zimmer gerade anders. Wieso beschwer ich mich? Ich kann mir immerhin das Getränk im Cafe in der Stadt leisten um mich aufzuwärmen. Aber wieviele Menschen hier, leben in viel ärmlicheren Verhältnissen, haben einfach im Leben keine Chance bekommen.... nicht ganz einfach, über sowas nachzudenken...
Und Thema Hausbesuche: ist es nicht auch einfach traurig zu sehen, wie die Menschen leben müssen? Man läuft schon Gefahr durch das spannende und neue ein bisschen zu vergessen, was man da eigentlich wirklich sieht...
naja. auch diese nachdenkliche Seite will ich euch nicht vorenthalten.

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