Mittwoch, 19. August 2009

El mundo merece una Sonrisa....

"Die Welt verdient ein Lächeln"

Dieser Satz steht an die Wand gemalt im Cafe/Bar meiner zukünftigen Vermieterinnen.


Aber fangen wir beim Anfang an. Heut hab ich extra wieder meinen Foto mitgenommen, damit ich euch was zeigen kann. Zu allererst hab ich das chilenische Pendant zu IKEA entdeckt :-)
Dann hab ich mich mit einer sehr netten Kommilitonin getroffen. Wie noch ein paar der Chilenen kann sie sehr gut Deutsch. Viele hier haben in ihrer Verwandschaft deutsche Wurzeln, z.B. Großeltern. Dann kommen bei den chilenisch typischen Doppelnachnamen solche Sachen raus wie"Guerra Hollstein" :-) Wir haben aber brav Spanisch gesprochen. Als erstes hat mir meine Mitstudentin gezeigt wo ich mir weiße Klamotten für´s Krankenhaus kaufen kann, dann hat sie mich auf einen Kaffee eingeladen und es war richtig schön und tat gut mit ihr zu ratschen...
Hier links ein Bild von einem wunderschönen Stopschild, Stromkabelsalat und dem Kasino Valdivias, das im März eröffnet hat. Laut Daniel läuft´s hier in Valdivia grad ein bisschen ab wie in der Simpsonsfolge, wo alle in Springfield spielsüchtig werden.... kann man sich vorstellen.
Die Bilder sind auf der Wohnungssuche-Teil 3 entstanden. War wieder in der Villa Kunterbunt und hab mir noch ein Zimmer angeschaut. Dann bin ich auf die Isla Teja (Stadtteil auf einer Insel zwischen den Flüssen) gelaufen in das Cafe, wo die Duenas (Besitzerinnen) der Albergue latino sind. Hier hab ich mit ihnen ausgemacht, dass ich am Freitag erst mal dorhinzieh, zwei Nächte in Mehrbettzimmern verbringe und dann in ein Kellerzimmer wechsle. Ich hab jetzt mal vorsichtig gesagt erst mal bis Ende des Monats, dann mal sehen, wie´s weitergeht.
Auf jeden Fall hab ich mit den beiden Besitzerinnen, wohl ein Pärchen (?), von denen eine Chilenin und eine Französin ist gleich mal ein Gläschen chilenisches Bier getrunken. Ich hab das Gefühl, hier tauch ich in eine ganz andere Welt ein, ein buntes, verrauchtes Cafe, Musik, Leute aus aller Welt,... eine bunte Mischung und für den Anfang vielleicht ganz gut um ein paar Leute kennenzulernen und ein paar Tipps zu bekommen. Erschreckend anders oder erfrischend anders? Überraschend anders! Man weiß nie so recht, auf was man sich einlässt, aber gerade das macht´s ja auch spannend und gefällt mir und ich werd -notfalls mit Hilfe einäugier IkeaTierchen - auch dem Kellerzimmer meine "Handschrift" verpassen. Außerdem hab ich ja da noch so ein paar Fotos :-) Und irgendwie freu ich mich eine nicht ganz gewöhnliche Seite Valdivias kennenzulernen. Ich glaub, das tut mir gut. Außerdem vermiss ich ja meine zehn Mitbewohner und hab keine Lust allein zu leben. Ach ja, bei einem Ruderverein war ich auch noch, aber hab vorerst nur mit der "Empfangsdame" geredet. Nun, ich halt euch auf dem Laufenden, wie´s mir ergeht. Jetzt erst mal noch ein Foto von der Villa Kunterbunt. Grüße aus Chile in alle Welt
Eure Pippi-Lotta-Viktualia-Johannita-Pfefferminz-Efraims-Tochter-Langstrumpf ;-)

Dienstag, 18. August 2009

Que te vayas superbien...


Was macht man, wenn man keine Antwort hat, auf eine Frage, die man nicht verstanden hat?
Das hab ich mir heut früh gedacht, als ich im Kreise meiner Kommilitonen am Patientenbett auf einmal mit einer der Fragen des Doktor konfrontiert war... naja... irgendwie hab ich auch das überlebt. Auf die Frage "verstehst du uns" kann ich immerhin schon fast fehlerfrei antworten. Es wurde bei der Visite gleich ziemlich viel gefragt und meine Mitstudenten habens ziemlich drauf scheint mir. Nicht alles ist anders hier: auch hier stehen wir Studenten erst mal am Gang rum und warten bis sich jemand um uns kümmert,... Aber es gibt Dinge, die sind überraschend anders: z.B. hab ich nicht schlecht geschaut, als unsere erste frischgebackene Mama, die wir bei der Visite besucht haben 14 Jahre alt war! Ich musst erst nochmal nachfragen, ob ich das richtig verstanden hatte. Außerdem ist in Chile die Abtreibung illegal. Das hat natürlich auch hinsichtlich Pränataldiagnostik Auswirkungen und so ganz einfach ist das nicht, ein Kind im Bauch zu haben und es auszutragen, von dem man weiß, es wird nicht lebensfähig sein, ... Aber dafür muss sich niemand mit ethisch sehr schwierigen Fragen wie bei uns auseinandersetzten, wann man abtreiben darf und wann nicht und ob man es macht oder nicht.....
jetzt sitz ich schon zur Mittagszeit im Hostal und natürlich regnet es draußen :-) bis später, heut passiert bestimmt noch mehr. Ach ja, der Titel "que te vayas superbien" heißt so viel, hab eine superschöne Zeit hier. Das hat die Dame vom Restaurant heut mittag zu mir gesagt, als sie erfahren hat, dass ich keine Tourista sondern Studentin bin, die länger hier sein wird. Nett.
Mittagessen: Fisch und Reis und Tee für insgesamt knapp 3 Euro.

Perdido...

Zusammenfassung für alle die keine Lust haben so viel zu lesen:
:-) hab mein Handy
:-( noch kein neues Zimmer, wenn auch eine neue Möglichkeit

Und wer mehr Durchhaltevermögen beweist darf in voller Länge miterleben:
Heute viel Text und kein Foto. Vielleicht seid ihr davon so überfahren, wie ich vom heutigen Tag. Der Titel "Perdido" heißt übrigens "Verloren". Das Gefühl verloren zu sein durft ich heut gleich ein paar mal erleben. Als erstes morgens, als ich um dreiviertel 8 Uhr im Krankenhaus stand und nicht wusste wohin. Zuvor war ich auf die Straße gegangen ohne zu wissen, wie ich überhaupt zum Krankenhaus komm... dann hatte ich das Gefühl des "Lost in Translation" als ich mittags versuchte mir ein chilenisches Telefon zu besorgen und die Frau einfach nicht verstanden habe. Man nickt, lächelt und kommt sich so verloren vor... Ein drittes Mal, als ich mit meinem Kommilitonen, der mich netterweise ein bisschen "an der Hand" genommen hat, in der "Auberge latino" einem Mittelding aus Jugendherberge und Dauerwohnsitz stand und einfach gemerkt habe, dass ein "Zu Hause" nach dem ich suche nicht so leicht zu finden ist... Auch wenn die Auberge latino ein bisschen wie eine Villa Kunterbunt schon echt nett ist. Ich genieße es in einem Moment mich treiben zu lassen, finde das freie, heimatlose, ins Blaue hinein suchen gehen schön. Aber manchmal kann ich die Hanni, die das genießt in mir nicht wach halten, dann will ich einfach nur einen vertrauten Ort. Will mir nicht dumm vorkommen, weil ich die Witze nicht versteh, weil ich die Gespräche nicht versteh, weil ich nichts sagen kann, weil mir die Worte fehlen, die Grammatik sie zu verwenden, ...
Aber keine Angst, es geht mir wirklich gut. Nur will ich hier schon alle Facetten beschreiben, die man im Lauf eines Tages so durchlebt.

Weil der Nikolaus aber glernt hat, nach dem nicht so schönen, das bessere am Schluss zu sagen, kommen hier ein paar witzigere Sachen.
1. Was haben Stewardessen im Krankenhaus verloren?
Oder wer bitte sind die Damen in adretter Kleidung, mit knallrotem Minirock, sehr schick und hübsch? Die Antwort: chilenische Hebammen. Da würden manche Jungs, gern nochmal geboren werden, glaub ich :-)
Frage Nummer 2. was heißt Schwangerschaft auf spanisch? Embarazo. Eines der Worte, die mich durch die Vormittagsvorlesung begleitet haben. Die war heute überraschend gut und ich hab fleißig 12 Seiten auf Spanisch mitgeschrieben...
3. Automatenkaffe in Chile: Man halte sein Becherchen unter das Schild Kaffee, drehe am Knopf und ??? was ist das??? ach ja, Instantkaffeepulver. Jetzt also mit heißer Milch auflösen, und am Milchhebel drehen: PULVER??? nochmal Pulver :-) und das ganze dann mit heißem Wasser auflösen und schön verrühren.
4. Heute Mittag hatte ich "Teigtasche mit ner Art Gulasch gefüllt". Über diese meine Beschreibung einer chilenischen Spezialität (Emplanada) wurde heut auch schon gelächelt... naja... ich weiß halt noch so wenig....
5. El Consultorio. Einer der Orte wo ich bzgl. des Forschungsprojektes arbeiten werde. Schon witzig, da hat mein Kommilitone sein eigenes kleines Arztzimmerchen und empfängt seine Patienten. Dort durft ich heut mit ihm mitlaufen. Con el "Doctor aleman".
6. Bin heut schon im dunkeln nach Hause gelaufen - ohne Probleme und ohne Angst - todo bien
7. Irgendwie mag ich den Duft nach Feuer, der hier überall die Straßen durchzieht, weil viel mit Holz geheizt und gekocht wird.
8. Morgen geht´s so richtig los im Krankenhaus.... uahhhhhh.....
9. Wie gut tun die Mails von daheim.

Jetzt fall ich müde in mein Bett. Es ist gerade mal 21 Uhr. Schlafen. Draußen tröpfelt der Regen gemütlich vom Himmel.
Ich grüß euch alle herzlich.
Eure Hanni.

Montag, 17. August 2009

Ein Sonntag am Meer und noch mehr...


Als erstes hab ich heut beim Frühstück meine Hostal-Gastgeberin gefragt, ob das denn gefährlich ist, allein mit dem Bus ans Meer zu fahren. Noch bin ich nämlich dabei, mich vorsichtig ranzutasten, was ich mich trauen kann und was ich lieber lassen sollte. Nachdem ich eher verwunderte Blicke geerntet hab, was daran gefährlich sein sollte, hab ich mich also durchgefragt, wo der denn losfährt und bin mit dem Bus ans Meer nach Niebla gefahren. Ist gar nicht weit. Wollt ihn einfach mal sehen den Pazifik. Und ich hatte wieder mal Glück. Nicht nur, dass ich ohne Probleme hin und hergekommen bin, sondern auch noch trocken und das ist ja doch etwas besonderes. Jetzt (18.00) regnet´s nämlich grad schon wieder :-) was sonst.


Hier seht ihr die Straße an der ich entlanggelaufen bin und mit dem kleinen Haus kriegt´s gleich nen Eindruck, wie viele hier wohnen. Irgendwie gefällt mir das ländliche Flair... und s´ist vieles bissl anders als man´s vielleicht erwartet. z.B im oberen Bild die Informacion turistica in Niebla- sehr leer :-)

Zurück in Valdivia wollt ich versuchen einen Cafe con leche zu trinken. Da hab ich dann eine Tasse, eine Zuckerdose und eine Dose mit Instantkaffeepulver bekommen, dazu heißes Wasser und Milch. Auch irgendwie witzig :-) Ja und ich war nochmal beim Markt, heute mit weiteren gierigen Gästen. Der dicke fette riesige Seelöwe frisst sogar aus der Hand. Wie putzig...

Für weitere Fotos war leider mein Akku leer. Es hat die spannende Suche nach einem neuen Zimmer begonnen. Ich hab eine Liste von der Uni gekriegt, wo einige Möglichkeiten drauf stehen. Studentenwohnheim gibt´s auch, aber da teilt man sich zu zweit oder dritt ein Zimmer und ich glaub, da ist mir was anderes lieber. Version nummer zwei ist Pension completa, was heißt, drei Mahlzeiten pro Tag usw. Weil ich mich aber ungern komplett umsorgen lassen will und weil´s hier so viele tolle Sachen zum Einkaufen gibt hätt ich gern die Möglichkeit selber zu kochen. Also hab ich da mal ein paar der Optionen rausgesucht und bin losgelaufen.... Der erste Ort wo ich gelandet bin war eine kleine Straße an deren Ende ein total eingefallenes Haus war. Die richtige Hausnummer war schnell gefunden, also einfach mal klingeln... wär ich fünf Mädchen und nicht eines gewesen hätte ich dort ein ganzes kleines Haus mieten können. Also erst mal weiter. Adresse Nummer zwei war nicht am Stadtplan zu finden, aber die Richtung zu erfragen. Bei dem Versuch die Straße zu finden bin ich auch durch eine irre Gegend gelaufen. Es hat geregnet. Kleine Häuschen links und rechts.... Bretterzäune...Hunde... Pfützen...nicht zu vergessen Stromleitungen... ab und an ein ganz kleiner Laden und ein paar wenige Leute auf der Straße. Irgendwann hab ich dann beschlossen, dass das jetzt vielleicht nicht mehr so gut ist allein hier weiter zu laufen, weil ich keine Ahnung hatte, ob das gefährlich ist oder nicht. Außerdem war ich nass und so hab ich den Heimweg angetreten... nächster Versuch eine neue Bleibe zu finden gescheitert, aber macht nix. Morgen start ich nen neuen. Irgendwie spannend, so durch die Stadt zu laufen. Ich freu mich über jeden meiner kleinen Schritte in die neue Welt... Fünf Uhr, Hostal, eine warme Dusche später: Abendessen, Laptop und vielleicht noch ein bisschen Anatomía del Pelvis.
Ich grüß euch alle. Eure Hanni

Sonntag, 16. August 2009

Domingo

Sonntag morgen. Hab 12 h geschlafen. tut das gut! Heute will ich ans Meer!!!

Winterspaziergang

Was macht man an einem Samstag in Chile? ein Spaziergang durch Valdivia.

ja wer ist denn das am Ufer da?





und hier links der Grund, warum diese netten Gefährten da sind. Der Fischmarkt in Valdivia. Das wird glaub ich mein Lieblingseinkaufsort. Mmmhhhh, lecker....frischer Fisch, Muscheln und Gemüse.

Und weil Mariä Himmelfahrt ist und ich grad vorbeigegangen bin, hab ich gleich auch mal in die Kirche hineingeschaut.


Auf dem Fischmarkt hab ich dann auch rein zufällig meinen Kommilitonen Daniel getroffen, der mich in Sachen Projektarbeit einlernen wird und durft gleich bei ihm und seinen Mitbewohnern mitessen: lecker Fisch. Bissl komisch wird mir manchmal schon noch bei dem Gedanken, was mich jetzt dann alles erwartet an der Uni... naja... jetzt ist es kurz nach acht hier. rechts seht ihr wie ich am Abend wieder am Ufer des Flusses wo ich meinen Spaziergang begonnen hatte angekommen bin. Gute Nacht. Und liebe Grüße nach daheim.

Samstag, 15. August 2009

Valdivia




links eines der Unigebäude: Facultad de Medicina