Als erstes hab ich heut beim Frühstück meine Hostal-Gastgeberin gefragt, ob das denn gefährlich ist, allein mit dem Bus ans Meer zu fahren. Noch bin ich nämlich dabei, mich vorsichtig ranzutasten, was ich mich trauen kann und was ich lieber lassen sollte. Nachdem ich eher verwunderte Blicke geerntet hab, was daran gefährlich sein sollte, hab ich mich also durchgefragt, wo der denn losfährt und bin mit dem Bus ans Meer nach Niebla gefahren. Ist gar nicht weit. Wollt ihn einfach mal sehen den Pazifik. Und ich hatte wieder mal Glück. Nicht nur, dass ich ohne Probleme hin und hergekommen bin, sondern auch noch trocken und das ist ja doch etwas besonderes. Jetzt (18.00) regnet´s nämlich grad schon wieder :-) was sonst.
Hier seht ihr die Straße an der ich entlanggelaufen bin und mit dem kleinen Haus kriegt´s gleich nen Eindruck, wie viele hier wohnen. Irgendwie gefällt mir das ländliche Flair... und s´ist vieles bissl anders als man´s vielleicht erwartet. z.B im oberen Bild die Informacion turistica in Niebla- sehr leer :-)
Zurück in Valdivia wollt ich versuchen einen Cafe con leche zu trinken. Da hab ich dann eine Tasse, eine Zuckerdose und eine Dose mit Instantkaffeepulver bekommen, dazu heißes Wasser und Milch. Auch irgendwie witzig :-) Ja und ich war nochmal beim Markt, heute mit weiteren gierigen Gästen. Der dicke fette riesige Seelöwe frisst sogar aus der Hand. Wie putzig...
Für weitere Fotos war leider mein Akku leer. Es hat die spannende Suche nach einem neuen Zimmer begonnen. Ich hab eine Liste von der Uni gekriegt, wo einige Möglichkeiten drauf stehen. Studentenwohnheim gibt´s auch, aber da teilt man sich zu zweit oder dritt ein Zimmer und ich glaub, da ist mir was anderes lieber. Version nummer zwei ist Pension completa, was heißt, drei Mahlzeiten pro Tag usw. Weil ich mich aber ungern komplett umsorgen lassen will und weil´s hier so viele tolle Sachen zum Einkaufen gibt hätt ich gern die Möglichkeit selber zu kochen. Also hab ich da mal ein paar der Optionen rausgesucht und bin losgelaufen.... Der erste Ort wo ich gelandet bin war eine kleine Straße an deren Ende ein total eingefallenes Haus war. Die richtige Hausnummer war schnell gefunden, also einfach mal klingeln... wär ich fünf Mädchen und nicht eines gewesen hätte ich dort ein ganzes kleines Haus mieten können. Also erst mal weiter. Adresse Nummer zwei war nicht am Stadtplan zu finden, aber die Richtung zu erfragen. Bei dem Versuch die Straße zu finden bin ich auch durch eine irre Gegend gelaufen. Es hat geregnet. Kleine Häuschen links und rechts.... Bretterzäune...Hunde... Pfützen...nicht zu vergessen Stromleitungen... ab und an ein ganz kleiner Laden und ein paar wenige Leute auf der Straße. Irgendwann hab ich dann beschlossen, dass das jetzt vielleicht nicht mehr so gut ist allein hier weiter zu laufen, weil ich keine Ahnung hatte, ob das gefährlich ist oder nicht. Außerdem war ich nass und so hab ich den Heimweg angetreten... nächster Versuch eine neue Bleibe zu finden gescheitert, aber macht nix. Morgen start ich nen neuen. Irgendwie spannend, so durch die Stadt zu laufen. Ich freu mich über jeden meiner kleinen Schritte in die neue Welt... Fünf Uhr, Hostal, eine warme Dusche später: Abendessen, Laptop und vielleicht noch ein bisschen Anatomía del Pelvis.
Ich grüß euch alle. Eure Hanni
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