Warum spannt man in Valdivia den Regenschirm besser nicht draußen auf? Dann wird er ja von innen und außen nass!
Heut früh: Auf dem Weg zum Colectivo (zwei Querstraßen, keine zwei Minuten) war ich komplett nass - bei Gegenwind und Regen. Um halb acht in der früh etwas ungemütlich.
Im Krankenhaus: Ultraschall von schlagenden Herzen ungeborener Kinder. Und ein Prof, der freundschaftlich auf die Schulter schlägt.
Beim Mittagessen in der Küche: auf einmal eine Maus/Ratte im Maul des hauseigenen Hundes! Eine leicht überraschende Situation.
Im Consultorio meine ersten selbständigen Schritte im Patientenaufnehmen. Ein Mädchen, das extra noch vorbeikommt und mir ein "Bussi auf die Backe" zum Abschied gibt und mein erstes geschenktes, selbstgemaltes Bild vom 6 jährigen Franco. Schon echt süß :-)
Dann zu Hause: Stress zwecks Zimmer. Ich hab mich getraut zu sagen, dass ich nicht so ganz glücklich bin und dass ich´s nicht so toll find, wie´s grad läuft. Daraufhin bissl ungute Situation und auch "Vorwürfe" von der anderen Seite.... Hat halt nicht nur Vorteile, wenn alles sehr unverbindlich ist. Ob´s gut war was zu sagen? Ich weiß nicht. Hab jetz zwei drei Leute, die länger hier wohnen gefragt und länger als ein Monat hier wird nicht so gut sein. Die Vermieterinnen sind wohl etwas zu "unverbindlich".
Dann musst ich einfach raus, weil einfach alles doof war und bin mit den netten Noch-Mitbewohnern zum Essen gegangen. Letztendlich war´s ein echt schöner Abend, an dem ich mit nem Chilenen verhockt bin und geratscht hab...
...und am Ende darf ich jetz doch für ein Monat in das Kellerzimmer. Egal wie, ich freu mich so über mein Zimmer, die ersten Fotos hängen und eine leere Rotweinflaschen ist die neue Blumenvase. Es ist kalt und feucht, aber es ist meins! Zu mindest mal für einen Monat.
Ja, und mit dem letzten Bild möchte ich nicht nur den Regenschirm schließen, sondern auch meinen Blog. Keine Angst, nicht für immer,....
aber ich eröffne euch hiermit, dass ich nach knapp zwei Wochen Chile mit fleißigem und täglichen Schreiben, beschließe, dass ich mich nicht mehr jeden Tag der virtuellen Welt hingeben werde, sondern vielleicht ein bisschen weniger dukumentieren werde und statt dessen mehr in der realen Welt undokumentiert lasse. Denn ist es nicht auch eine Freiheit, manchmal nur den Augenblick zu erleben ohne ihn festhalten zu wollen. Vielleicht komm ich mehr zum lesen, sehr gerne auch eure E-mails. Vielleicht auch nicht. Aber auf jeden Fall gibt´s ab jetzt weniger detailiertere, aber nicht weniger begeistert verfasste Berichte. Es wird sich ab nun ohnehin einiges wiederholen und nicht mehr jeder Tag voll neuer Erlebnisse stecken. Auf alle Fälle: macht euch keine Sorgen, wenn ihr mal etwas länger nix hört....
Ich hoffe ich konnte euch bis hierher miterleben lassen, wo´s mich hinverschlagen hat und dass ich gut angekommen bin. Und bis zum nächsten Eintrag seid mir alle recht herzlich gegrüßt aus dem Kellerzimmer inmitten von Valdivia, Chile. Eure Hanni
In diesem Sinne:
Fortsetzung folgt!
wenn ich deinen blog so les bekomm ich auch wieder lust auf n austauschjahr!!! genieß die zeit und lass dich wegen der wohnung nicht runterziehn. wie oft ist man schon daheim???
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